• Sie essen falsch, trinken zu viel, rauchen, bewegen sich zu wenig und sind deshalb öfter krank. Das zeigt der DAK-Gesundheitsreport. Eine Ursache ist der Lebensstil der Männer. Die Mehrheit (63 %) kümmert sich nicht um gesunde Ernährung, fast die Hälfte (43 %) trinkt zu viel Alkohol, ein Viertel raucht und 70 % bewegen sich zu wenig. Und je älter sie werden, desto stärker wächst der Anteil an Fitness-Muffeln.

    Vor allem beim Essen sind Männer weniger gesundheitsbewusst als Frauen. Das hat eine bundesweite Forsa-Befragung der DAK-Gesundheit von mehr als 3.000 Männern und Frauen zwischen 25 und 39 Jahren ergeben. Die Mehrheit der Männer (63 %) isst, was schmeckt, egal wie fettig oder salzig. Dazu kommen täglich Alkohol, Tabak, wenig Bewegung, Übergewicht. Männer sind in Deutschland deshalb stärker von Herzproblemen betroffen als Frauen. Berufstätige Männer haben 55 Prozent mehr Fehltage wegen Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen Herzkreislauf-Erkrankungen als ihre Kolleginnen. „Viele Männer pflegen einen Lebensstil, der die Entstehung von Herzkreislauf-Erkrankungen begünstigt“, erläutert DAK-Ärztin Elisabeth Thomas.

    Frauen sind seltener krank Frauen schneiden bei Ernährung und Alkohol wesentlich besser ab. Nur jede zweite Frau isst sorglos fettes Essen (48 %) und nur ein Drittel trinkt regelmäßig Alkohol (33 %). Frauen stehen auch bei den Herzkreislauf-Erkrankungen besser da. Laut DAK-Gesundheitsreport entfielen 2013 auf 100 männliche DAK-Versicherte 74 Fehltage wegen Herzkreislauf-Problemen. Das sind 55 % mehr als bei den Frauen, die nur an knapp 48 Tagen fehlten.

    Ab 35 werden drei von vier faul

    Insgesamt lassen die Deutschen mit zunehmendem Alter in ihrem Bemühen um einen gesunden Lebensstil nach. So gehören erst zwei Drittel von den 25- bis 29-Jährigen zu den Sportmuffeln (67 Prozent), von den 35- bis 40-Jährigen sind es schon mehr als drei Viertel (77 Prozent). Auch das ist ein Problem. „Gerade in der Lebensmitte werden die Weichen gestellt“, so Thomas. Entscheidungen, die Menschen jetzt zu ihrer Lebensweise treffen, sind immens wichtig für das Herzrisiko. „Wer in diesem Alter in seinem Gesundheitsbemühen nicht nachlässt, sondern sich im Gegenteil wieder mehr um einen gesunden Lebensstil kümmert, kann sogar frühere Sünden wettmachen.“

    Mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche

    Je älter der Mensch wird, umso so wichtiger werden regelmäßiges Training und körperliche Aktivität. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt allgemein ein Mindestmaß an körperlicher Aktivität von 2,5 Stunden pro Woche. Doch 86,4 Prozent der 70-79-jährigen bleiben deutlich unter der empfohlenen Bewegungsaktivität. Studien belegen, dass Bewegungs- und Sportaktivitäten eine Steigerung des Wohlbefindens, die Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit und die Verringerung der Sturzgefährdung bei älteren Menschen bewirken. Körperlich aktive Personen (20 Minuten pro Tag / ca. 2,5 Stunden pro Woche) haben ein um ca. 25 Prozent reduziertes Risiko, den Verlust der Selbstständigkeit im täglichen Leben zu erfahren.

    Bild: Shutterstock, vitstudio; Text: shape up Fitness