• Über zwölf Jahre lang haben dänische Wissenschaftler an einer Studie gearbeitet, die Jogger und nicht-Jogger miteinander verglich. ihre Ergebnisse veröffentlichten sie Anfang 2015, als gleich mehrere neue Studien zum Thema Joggen herauskamen. Soviel vorab: Sie sollten es nicht übertreiben.

    Regelmäßig Sport zu treiben ist gesund, das steht fest. Der menschliche Körper ist nicht zum stundenlangen Sitzen oder liegen gemacht, sondern funktioniert erst so richtig gut, wenn er in Bewegung gebracht wird. Das gilt für den Kreislauf und die Durchblutung genauso wie für die Verdauung. Sehnen und Gelenke profitieren von moderatem Jogging wie auch ihre Muskeln einschließlich des Herzens.

    Zu viel des Guten = ungesund

    Gefährlich wird es allerdings, wenn Sie zu viel Joggen, das belegen neue Studien. Während einer 12 Jahre dauernden Langzeitstudie haben dänische Wissenschaftler beispielsweise Nicht-Jogger mit Joggern regelmäßig verglichen und beide Gruppen gründlich untersucht. Alle waren zu Beginn gesund. Die niedrigste Sterblichkeitsrate gab es bei „leichten“ Joggern, gefolgt von den moderaten Joggern. Am schlechtesten schnitten sowohl die unsportlichen Nicht-Jogger als auch die extremen Viel-Jogger ab: Da gab es keinen Unterschied. Sehr langes regelmäßiges und auch noch zu schnelles Joggen hatte bei den Langzeit-Testpersonen negative Auswirkungen auf Herz und Kreislauf.

    Was ist nun gesund? Das ideale Laufmass:

    Wer mit Joggen seine Lebenserwartung tatsächlich verlängern möchte, sollte
    a) nicht zu schnell rennen und
    b) nicht zu lange.

    Empfohlen wird von US-Sportwissenschaftlern neuerdings nur ein- bis zweieinhalbstündiges moderates Joggen pro Woche. Eine ebenfalls aktuelle amerikanische Studie mit 55.000 Testpersonen kam nämlich auf ähnliche Ergebnisse: Zu viel Joggen ist nicht nur überflüssig, sondern sogar potenziell gesundheitsschädlich.

    fit in fünf Minuten

    Demnach brachten schon 5-10 Minuten Joggen am Tag die gleichen positiven Gesundheitsergebnisse wie ein Pensum von drei Stunden am Stück in der Woche. Außerdem können Sie mit den kurzen täglichen Renn-Einheiten Ihr Leben um etwa drei Jahre verlängern, im Vergleich zu Nichtsportlern. Das Tempo dabei ist egal. Wer nicht fünf Minuten am Tag rennen möchte, könne dieselbe positive Wirkung für Herz und Kreislauf auch mit 15 Minuten Wandern erreichen, so die Forscher der Universität Iowa.

    Ultramarathons können gefährlich sein

    Marathons werden immer populärer. Besonders Ultramarathons sind aber in die Kritik geraten, da Wissenschaftler jüngst herausgefunden haben, dass sie bei den Teilnehmern sogar den Herzmuskel schädigen können. Forscher aus Liverpool hatten 42 Teilnehmer eines Ultramarathons untersucht, die nie zuvor Herzprobleme hatten und zwischen 24 und 62 Jahre alt waren. Besonders Vorhofflimmern trat häufig auf, und signifikante Werte der Herzgesundheit wurden durch den 80-Kilometer-Lauf verschlechtert. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt, aerobes Training auf 3 x 45 Minuten pro Woche zu beschränken – höchstens 3 x 60 Minuten.

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