• Wie viel Sprit noch im Tank Deines Autos ist, erkennst Du an der Tankanzeige. Den Füllzustand Deiner Fettzellen, weiß Abnehm-Experte und Fitness-Entertainer Patric Heizmann, erkennt Dein Körper durch das Hormon Leptin, das in den Fettzellen gebildet wird. Sobald sich die Kalorienzufuhr stark vermindert, wird weniger Lettin produziert. Und das hat unangenehme Folgen. Deshalb sollte – wer abnehmen will – auf seine “Fett-Uhr” achten.

    Im Grunde ist es einfach: je voller die Fettzellen, desto mehr Leptin wird gebildet und ausgeschüttet. Leptin-Rezeptoren (also die „Fühler“ im Gehirn) erkennen die Menge und steuern dementsprechend die Stoffwechselgeschwindigkeit:
    viel Fett im Speicher > mehr Leptin > Gehirn erkennt „Hungergefahr nicht in Sicht“ weshalb dann der Organismus verschwenderischer mit Kalorien umgehen wird. Zum Beispiel, indem er mehr Körperwärme an die Umgebung abgibt. Das erklärt auch: je mehr Fettgewebe sich um die Hüfte kuschelt, desto schneller kann eine anfängliche Gewichtsreduktion stattfinden.

    Doch wenn sich in Folge stark kalorienreduzierter Kost der Inhalt der Fettspeicher immer mehr entleert, verringert sich auch das Leptin. Es kommt weniger im Hirn an, was es nervös macht. Denn es vermutet so eine Nahrungsknappheit, weiß aber blöderweise nicht, dass wir jederzeit an den Kühlschrank taumeln könnten, um wieder ­ordentlich Kalorien zu importieren.

    Also reagiert unser steinzeitgeeichter Stoffwechsel mit Einsparungen: die feinen Gefäße in der Haut, insbesondere an Beinen und Armen, werden hormonell enggestellt. ­Damit kommt weniger 37 Grad warmes Blut an die Oberfläche. Es wird kühl an Fingerchen und ­Füßchen. Auch die ständig kalorien­fressenden Muskeln werden wegrationalisiert. Das ­Gewebe wird immer … matschiger.

    Natürlich könntest Du noch mehr Fett aus den Fettzellen pressen, wenn Du die ohnehin schon niedrige Kalorienzufuhr noch weiter drosselst. Doch das dreht den Leptin-Hahn nur noch weiter zu. Das Hirn schreit mit ­Deinem Schweinehund nach kalorienreiche Fettspeicherartikeln in Form von Pizza, ­Pommes und Pralinen um die Wette. Gegen diese „Trompeten von Jericho“ hast Du kaum eine Chance. Zumal die Motivation sich bald in Luft auflösen wird, wenn die Anzeige der Waage sich kaum noch bewegt, obwohl nur drei Tomaten und ´ne halbe Gurke über den Tag verteilt gefuttert werden.

    Wie Du weißt, sorgt kohlenhydratreduzierte Kost auf der einen Seite für einen niedrigen Insulinspiegel. Dadurch öffnen sich die Fettzellen, was den Fettabbau unterstützt. Das kann aber nur gelingen, wenn die Gesamt-Enerigezufuhr geringer als sonst ist. Damit der Schweinehund trotz einer notwendigen ­Kalorienreduktion die Schnauze hält, ist ein hoher Sättigungsgrad sehr wichtig.

    Deshalb ist eiweißbetonte Kost so wichtig, weil Eiweiß lange sättigt. Wer also auf regelmäßige Eiweißportionen achtet, lässt ganz einfach weniger Platz für Kohlenhydrate. Wer sich mit Eiweiß satt isst, bleibt somit eher im Kaloriendefizit. Die gespeicherten Fette in den Fettzellen machen dann eine Polonaise zu den Muskelkraftwerken, wo sie verbrannt werden. Dieser tolle Fettentleerungsprozess reduziert, wie erwähnt, die Leptinproduktion. Genau die kannst Du aber mit einem ­einfachen Trick mächtig ankurbeln…

    Die Lösung:
    Einmal die Woche Carbo-Loading
    Diverse Studien haben gezeigt, dass die Leptinproduktion sich innerhalb einer Woche Tage stark verringert. Doch durch eine gezielte Kohlenhydratzufuhr schießt die Leptinproduktion innerhalb 24 Stunden(!) wieder in maximale Höhen. Unabhängig vom Speicherzustand Deiner Fettzellen.

    Deshalb lautet mein Tipp für alle diejenigen, die sich kohlenhydratarm ernähren: alle vier bis fünf Tage legst Du einen Tag ein, an dem Du statt wenigen Kohlenhydraten viele Kohlenhydrate zu dir nimmst. Iss einfach mehr Brot, Nudeln, Reis, bestenfalls Kartoffeln, gerne auch mal etwas ­Süßes. Kein Kalorienzählen, nicht messen, einfach essen, aber nicht unnötig vollstopfen. ­Genieße es. Dein Leptin­spiegel springt wieder an, was dein ­Gehirn beruhigt: „Hungersnot ­abgewehrt, Stoffwechsel­geschwindigkeit erhöhen!“.

    Mit diesem „Kohlenhydrat-­Impuls“ kannst Du einem Gewichtsverlust-Stillstand wieder Beine machen.

    Bild: shutterstock_rangizz; Text: shape up